Christsein: Absurd. Und herrlich.

Liebe Gemeinde, liebe Freunde,

Welche Reaktion würdest du bei einem Menschen erwarten, wenn du ihm folgendes sagst: “Das Leben findest du, wenn du stirbst. Reichtum findest du, wenn du alles loslässt. Stärke findest du, wenn du schwach wirst. Freiheit findest du, wenn du Knecht wirst. Wahre Größe findest du, wenn du der Kleinste wirst. Den besten Platz bekommst du, wenn du dich auf den schlechtesten setzt.”

Es macht überhaupt keinen Sinn. Nicht für ein Kind, nicht für einen Jugendlichen, nicht für einen Erwachsenen. Nicht in Deutschland. Nicht in Afrika. Nicht am Polarkreis.

Es ist absurd. Und es ist genau das, was Christen glauben. Nicht mit einem Kopfglauben, nein: Sie vertrauen darauf, dass diese Aussagen zwar absurd klingen, aber wirklich die Wahrheit sind. Der Weg sind. Das Leben sind. Wir glauben es, weil Jesus selbst der ist, der es sagt, weil er uns dies in vollkommener und herrlicher Weise vorgelebt hat und weil wir die Schönheit dieser Wahrheiten selbst erfahren haben.

Jesus sagt:

“Aber viele von den Ersten werden Letzte, und Letzte werden Erste sein.” (Mt 19,30)

“Der Größte aber unter euch soll euer Diener sein.” (Mt 23,11 )

“Denn wer sein Leben retten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es finden.” (Mt 16,25)

“Glückselig sind die geistlich Armen, denn ihrer ist das Reich der Himmel!” (Mt 5,3 )

Und es ist das, was wir bei seinen Dienern sehen, z.B. bei Paulus:

“als Betrübte, aber immer fröhlich, als Arme, die doch viele reich machen; als solche, die nichts haben und doch alles besitzen.” (2Kor 6,10)

“Darum habe ich Wohlgefallen an Schwachheiten, an Misshandlungen, an Nöten, an Verfolgungen, an Ängsten um des Christus willen; denn wenn ich schwach bin, dann bin ich stark.” (2Kor 12,10 )

Kann es sein, dass wir als “moderne Christen” einfach geglättet haben, was kantig ist? Dass wir verweltlicht haben, was himmlisch ist? Dass wir vermenschlicht haben, was göttlich ist? Dass wir gezähmt haben, was unbändig ist? Dass wir vorsichtig sind, wenn wir gewagt handeln sollten?

Auf den Punkt gebracht: Dass wir so schwach und wirkungslos sind, weil wir Jesus nicht gehorchen?

Christsein stellt die Welt auf den Kopf. Und erst da, wo wir das erkennen und tun, stellt sich auch unsere persönliche Welt auf den Kopf. Aber genau dann erkennen wir erst, dass sie plötzlich richtig steht und nur wir es waren, die vorher falsch standen. Denn Jesus sagte seinen Jüngern:

Glückselig seid ihr, wenn ihr dies tut.” (Joh 13,17)

Der Herr segne Euch,
Euer Peter Krell